Solo-Stücke mit
Christine Hadulla
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Christine Hadulla Tel.: 09722-940036 oder 0171-6948703
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„Leben und Traum der Lena Christ“
Szenische Einrichtung und Inszenierung: Jörn van Dyck
Worum geht es?
Lena Christ (links), in Glonn unehelich geboren, von der Mutter, die nach München in ein Gasthaus einheiratet, sogleich verlassen, wuchs bei den kleinbäuerlichen Großeltern auf – mit aller Liebe und in reizvoller Landschaft. Sie hat davon in ihrem ersten Buch erzählt, den mitreißenden und erschreckenden „Erinnerungen einer Überflüssigen“, auch, wie ihre Mutter sie dann holte, als sie sieben war und zum Arbeiten im Gasthaus taugte. Vom Glonner Paradies ins Fegefeuer von München und die Mutter-Hölle: Malträtiert von deren Hass flieht sie in die Ehe mit einem Fuhrunternehmer, der rasch alles versäuft, sie prügelt und ihr vier Kinder macht. Nach der Scheidung und etlichen Lungenentzündungen läuft sie dem Schriftsteller Peter Benedix in die Hände, der sie zum Schreiben bringt. Sie schreibt ihr Leben auf wie keine zuvor.
Die Schauspielerin Christine Hadulla (rechts) gestaltet diesen Theaterabend zu einem Spiel mit Projektionen, Leitmotiven und Kontrasten und schlüpft dabei in die verschiedensten Rollen. Humor und Tragik in rascher Folge. Lena Christs realer Erfahrung stehen Bilder von einem Leben gegenüber, wie sie es in ihren Büchern beschrieben, und wie sie es selbst gerne gelebt hätte.
Seit der Premiere: am 15. März 2002 im ScharfrichterHaus Passau hat das Stück schon in ganz Bayern triumphale Erfolge gefeiert.
"Lena Christ ist keine Dialektdichterin; ihre Figuren, Kleinbauern und Kleinbürger, sprechen die ihnen geläufige – sehr differenzierte – Mundart, aber sie selbst stellt sie in einem einfachen, schönen, ganz leise süddeutsch gefärbten Hochdeutsch dar. Ihre Kunst des Charakterisierens reicht vom Speziellen bis ins allgemein Menschliche. ... Keine Wehleidigkeit – nicht einmal in den schonungslosen 'Erinnerungen einer Überflüssigen' - , keine Sentimentalität – auch nicht im Guten - ; dagegen Wahrheitsliebe und unreflektierte Aufrichtigkeit, sogar zum eigenen Nachteil. Und auch die Lachmuskeln werden häufig strapaziert. In der 'Rumplhanni' (1916), der unterschwellig ebenfalls autobiographischen Erzählung, hat sie die Möglichkeiten eines glücklichen Lebenslaufs ebenso gestaltet wie im 'Mathias Bichler' (1913), dessen Titel sie als Huldigung für ihren geliebten Großvater wählte." Ihre Kindheit ist eine Welt ohne Boden, und in diese Kindheit eingebettet der Traum, der nur den bäuerlichen Wohlstand zum Ziel haben konnte. In "Leben und Traum der Lena Christ" wird der Versuch unternommen aus den Hauptwerken der Schriftstellerin und Teilen aus Prosa und Gedichten, diese beiden Komponenten einander gegenüber zu stellen.
Am 30. Juni 1920 hat Lena Christ an einem Grab im Waldfriedhof in München Selbstmord begangen. (Jörn van Dyck)
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„Die Menschwerdung der Frau“ - Zum 150. Geburtsjahr von Clara Zetkin
ein Abend zusammengestellt von Hans Driesel
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Zwei Namen sind untrennbar mit dem Kampf um die Menschenrechte, vor allem um die Rechte der Frau verbunden: Clara Zetkin und Rosa Luxemburg.
Clara Zetkin war weit mehr als die "Erfinderin" des Weltfrauentages.
Für Kaiser Wilhelm II "die gefährlichste Hexe des deutschen Reiches",
für die russischen Kommunisten "der einzige 'Mann', der es wagte Stalin die Stirn zu bieten".
Zetkin, die letzte Alterspräsidenten des Deutschen Reiches, kämpfte ihr Leben lang für die Gleichstellung der Frau, gegen den Faschismus, für soziale Gerechtigkeit und nicht selten gegen die eigenen Genossen.
Als die unbeugsame, hochgebildete Frau und Freundin Rosa Luxemburgs 1933 bei Moskau starb, erwiesen ihr 400.000 (!) Menschen die letzte Ehre.
Christine Hadulla und Hildegard Driesel lesen aus den Schriften, Briefen und Reden von Clara Zetkin und Rosa Luxemburg.
Hans Driesel moderiert und erläutert die historischen Hintergründe.
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„Die Liebesgeschichte des Jahrhunderts“
von Märta Tikkanen, Regie: Toni Müller
Was für ein Titel! Er suggeriert uns: unverwechselbare Liebe, Harmonie, höchste Glücksgefühle. Es könnte eine wunderschöne Geschichte über die Liebe zwischen zwei Menschen sein, wenn…
Ja, wenn nicht alles nur eine Fassade wäre. Und nur noch Vergangenheit, denn ihr Mann nannte anfangs die gemeinsame Beziehung „Die Liebesgeschichte des Jahrhunderts“. Als er sie noch liebte, sie wahrnahm als Frau und Gesprächspartnerin.
Das ist schon lange vorbei.
Seine lange Karriere als Alkoholiker hat das Ehe- und Familienleben zerstört.
Nach außen hält sie mühsam die Fiktion eines geordneten Familienlebens aufrecht:
Mann, Frau, vier Kinder - eine ganz normale Familie also. Unablässig arbeitet sie an der Reparatur dieser Fassade, mit Lügen und Ausreden, 20 Jahre, eine lange Zeit.
Aber einmal muss es raus: All ihre Seelenpein. Die ständige Missachtung ihrer Persönlichkeit. Der Ekel vor den Alkoholgerüchen in den Zimmern und vor dem stinkenden und sabbernden Besoffenen, der ihr Ehemann ist. Die Abscheu vor den Tausenden von Ausreden ihres Mannes für seine Sucht. Die Ungerechtigkeiten ihres Mannes gegenüber den Kindern, die bald nur noch schweigsame Duckmäuser sind. Ihre Verletztheit, wenn er sie betrügt und schlägt. Seine Verantwortungslosigkeit. Ihre Verantwortung für das Aufrechterhalten der Fassade nach außen. Und das langsame Zerbrechen der Liebe.
„Warum gehst Du nicht?“ - Das ist die Frage, die sich die Frau immer wieder stellt.
Wie vieler Verletzungen und Demütigungen bedarf es, bis sich eine Frau von einem Mann trennt, der mit seiner Alkoholsucht nicht allein sich selbst, sondern auch das Leben seiner Familie zugrunde richtet?
Obwohl am Ende ihrer Kraft, hält sie immer noch weiter aus: „Trotzdem muss man den Mut haben, zu lieben“.
Diese Frau ist stark und schwach zugleich, in wechselnden Phasen.
So gelingt es ihr bis zum Schluss nicht, sich von ihrem Mann zu lösen - körperlich nicht und erst recht nicht psychisch. Dadurch wird sie mit in die Sucht gerissen, scheint geistig zu verfallen, parallel zum körperlichen Absturz ihres Mannes.
Deutlich arbeitet Christine Hadulla heraus, warum die „Liebesgeschichte“ als Monolog angelegt ist: Ihr Gegenüber hat keine Ohren mehr, um zuzuhören. Völlig hilflos und egoistisch beansprucht der Mann alle Aufmerksamkeit und Kraft der Frau für sich.
Aber anders als ihre Mutter, die am Ende ihres Lebens sagte: „Ich habe nichts gedurft“, entscheidet sich ihre Tochter für den Satz: „Ich bin nicht für dein Leben verantwortlich, sondern nur für meines“.
Das Stück ist aus einem Gedichtband der finnischen Autorin Märta Tikkanen entstanden.
Ihr Mann war Alkoholiker. Die Autorin hat alle Facetten des Alkoholismus hautnah erlebt und ihre Erfahrungen in Gedichten verarbeitet. Authentisch beschreibt sie, was die sogenannte „Co-Abhängigkeit“ bedeutet.
In der Bühnenfigur, die von Christine Hadulla mit großem schauspielerischen Können dargestellt wird, werden sich eine ganze Reihe Frauen wieder erkennen.
Es werden sich auch etliche Männer in dem fiktiven Ehemann wiederfinden, mit dem Christine Hadulla Streitgespräche führt.
Das Publikum wird regelrecht gefangen genommen. Der Mann scheint wortlos anwesend.
Mit diesem Theaterstück beweist Christine Hadulla, dass auch Monologe spannend sein können. Nicht einmal während der kurzen Pause fällt der Spannungsbogen ab. Das Bühnenbild ist spartanisch einfach und lenkt die ungeteilte Aufmerksamkeit auf die Schauspielerin, auf ihr ausdruckstarkes Gesicht, auf die atemberaubende Intensität ihres Vortrages. Ein starkes Stück Theater !!
Presse:
- „Christine Hadulla bewegt sich mit sehr viel Sensibilität zwischen den ihre Wege verstellenden Fronten.“
Kölner Stadtanzeiger, 15.08.95
- „Die Monologmaschine läuft nicht heiss, sondern wird von Christine Hadulla mit großartiger Virtuosität eingesetzt… lässt ihr Spiel so genau pulsieren, dass sie die Zuschauer mit ihren Wechseln unweigerlich in Bann schlägt.“
Oberbayr. Volkszeitung, 16.08.95
- „Das Bühnenbild ist karg… aber alles andere würde auch von Christine Hadullas Gesicht unnötig ablenken…“
Oberbayr. Volksblatt, 11.09.95
- „Hadulla versteht virtous, diese Schwankungen darzustellen…
Die schauspielerische Leistung und Intensität des Vortrages von Hadulla sind atemberaubend. Sie ist eine hochtalentierte und befähigte Schauspielerin, der es gelang die Zuschauer fast zwei Stunden lang
in ihren Bann zu ziehen.“
Elbe- Jeetztel- Zeitung, 17.05.98
- „…entsteht vor allem durch das ausdrucksvolle Spiel Hadullas. Es scheint nahezu unmöglich, sich… zu entziehen. Das Publikum wird regelrecht gefangen genommen.“
Schweinfurter Tagblatt, 18.07.03
- „Das alles wirkt beängstigend echt und beinahe ekelhaft wirklich…
mit dem „Tatort“ konnte das allemal mithalten.“
Rudersberg, 17.04.05
- „Hervorragende Leistung im Urania…“
Kölner Express, 14.08.95
- „Scheinbar mühelos legt Christine Hadulla ihr Ein- Frau- Stück auf die Bühne.
Unverkennbar ist das Können der Schauspielerin.“
Schwäbische Zeitung, 31.10.96
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„Ulrike Mondzeit“
von Helma Sanders-Brahms, Regie: Bernd Lemmerich
Ulrike von Kleist (1774- 1849), Halbschwester von Heinrich v. Kleist, ist eine Ausnahmeerscheinung des beginnenden 19. Jahrhunderts, der bürgerliche Konservatismus dieser Zeit hat ihr Denken und Handeln- die Gleichstellung mit dem Mann, das Streben nach eigenverantwortlichem Leben und sexueller Selbstbestimmung- verschüttet. In einer von Männern dominierten Welt befreit sie sich konsequent von jeder Bevormundung:
Von Geburt an fühlt sie sich ihrem Halbbruder Heinrich verbunden. Ist ihm erst Mutter und Schwester, dann Freundin, Förderin und schließlich Geliebte. So wie Heinrich nicht den Vorstellungen der preussischen Militärtradition seiner Familie entspricht, ein unsicherer Stotterer, der mit dem Leben und seinen Anforderungen nicht zurecht kommt, so verkörpert Ulrike ein sich veränderndes Frauenbild bis hin zur Annahme der Männerrolle.
Ulrike, aufgewachsen in der Enge und Prüderie welche die große Familie derer von Kleist mit wenigen Ausnahmen durchzog, soll standesgemäß heiraten: „Was soll ich machen, immer den Rock an, sticken, stricken, stopfen, so wie es sich gehört. Ich kann da nicht mit in die Kneipen und Schenken.“ Stattdessen fördert sie den unsicheren, sehr feminin wirkenden Halbbruder, begleitet ihn in Männerkleidern nach Paris, verliebt sich in ihn, finanziert sein Leben aus ihrem Erbe- ein vollkommener Rollentausch. Wegen der homosexuellen Neigungen Heinrichs kommt es zum Streit und schließlich zur Trennung. Ulrike v. Kleist wird in späteren Jahren Leiterin eines Mädchenpensionats in Frankfurt/ Oder.
In dieser kirchlichen Lehranstalt, durchzogen von Erinnerungen an das Leben mit Heinrich, spielt das Stück der Filmregisseurin und Autorin Helma Sanders- Brahms.
Die Frage nach der Rollenverteilung der Geschlechter steht hier zur Diskussion, das Tabuthema Inzest, der familiäre Erwartungsdruck, die unerfüllte Liebe.
Heinrich v. Kleist hat diese Beziehung in seiner „Penthesilea“ verarbeitet.
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„Kassandra“
von Christa Wolf, Regie: Bernd Lemmerich
In der Bearbeitung von Bernd Lemmerich und mit
Christine Hadulla in der Hauptrolle, verbindet "Kassandra" die
Vergangenheit mit der Gegenwart und lässt die Zukunft ahnen: was war, was ist
und was wird sein. In der Figur der Kassandra erleben wir, ja spüren wir eine
Frau, die ihrer Intuition, ihrer Weiblichkeit, ihrer Gefühls- und Bilderwelt
vertraut und deshalb immer wieder in Frage gestellt wird. Sie ahnt das Unglück,
das bald über eine Welt hereinbrechen wird, die von Macht und Gewalt, von
Gier nach Geld und Einfluss beherrscht wird, die über ihre Verhältnisse
lebt. Sie sieht den Untergang, stemmt sich dagegen, -
und wird belächelt von einer Gesellschaft, in welcher der Mann
herrscht; einer Gesellschaft, die der Kraft und der Verwerflichkeit des Sieges
frönt, sie schließlich verachtet und mundtot macht.
Wahrheit macht Angst und darf deshalb nicht zugelassen werden.
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